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Fünf lustige Dinge, die Wiener sagen

Wir Schweizer, wir  müssen ja gar nicht anfangen, andere aufgrund ihrer kurligen Ausdrücke auszulachen. Ich machs jetzt trotzdem mal.

Ein Wochenende Wien reicht nirgendwo hin. Hier liegt jede Sehenswürdigkeit in Fussdistanz zur nächsten, ein Prachtsbau übertrifft den anderen, Glanz und Gloria winkt von Pferdekutschen hinunter; die Touristen stehen vor dem Stephansdom Schlange und verselfiesieren sich vor Schloss Schönbrunn, vor der Hofreitschule und vor der Hofburg. 

Das kennt man.

Was aber auch ganz witzig ist: wie Wiener untereinander kommunizieren. Und zwar nicht nur, wie sie miteinander reden; auch die Schilder, die ihnen Ordnung in Alltag, Strassenverkehr und Stadtleben gebieten, sind gespickt von Wörtern, die wir zwar verstehen, aber so nicht sagen würden:

 

1. Fussgeher

(Bild oben)
Das Schlimmste ist: ich kann nicht einmal etwas dagegen einwenden. In Wirklichkeit ist Fussgeher wohl das korrektere Wort als „Fussgänger“, wie wir sagen. Ich bin kein Gänger, ich bin ein Geher, wenn ich zu Fuss unterwegs bin. OK, Einszunull für Wien.

 

2. Es muss sich nur ausgehen

Der Grund, weshalb ich nie auf ORF Fussball schaue. Ich bekomme jedesmal einen kleinen Wutanfall, wenn so ein dahergelaufener österreichischer Fernsehkommentator bei einem aussichtslosen Angriff über den Flügel prophezeit „Des geht sich nicht aus.“ Hä? Sich ausgehen? Nein. Keine Chance. Wien, lass das!

 

3. Fahrtreppe

Hier kann man sich wohl streiten. Vermutlich versteht jeder und jede, was mit einer „Fahrtreppe“ gemeint sein soll. Eine Rolltreppe. Aber ist das Wort korrekt? Ist es eine Treppe, die Fährt? Ist es eine Treppe, auf der ein Fussgänger fährt? Oder doch eher rollt? Ab wann ist ein Rollen ein Fahren? Ich bin unschlüssig. Aber mir gefällt das Wort.

 

 

4. Bouteillenwein

 

Ach, gebts zu: Ihr wollt doch einfach was besseres sein, ihr Wiener. Macht mal einen auf Hobby-Franzosen und schon tragt ihr die Nase ein kleines Bisschen höher in der Luft. Und das Bier stammt demnächst aus dem „Barrique“ statt aus dem Fass, oder wie? Ach nein, Bier ist ja Pöbelgesöff. Die edlen Wienersleut trinken Bouteillenweine mit samtigem Bouquet und würzigem Parfüüüm. Alles klar. 

 

5. auflassen

Das soll nun mal einer verstehen. Diese Bushaltestelle wurde aufgelassen. Sprich: geschlossen, aufgehoben, sie wird nicht mehr bedient, hier hält nix mehr. Das heisst, wenn man etwa einen Laden auflässt, wird er gleichzeitig geschlossen und nicht geschlossen? Hier ist österreichisch nicht wirklich hilfreich. Und bestimmt warten an dieser Bushaltestelle noch heute Touristen vergeblich auf den nächsten Bus.

 

Bonus für Doctor-Who-Fans:

Bester Laden in Wien. Leider mit Deppenapostroph. Er verkauft Schuhe.

 

Bonus für gläubige Fussgänger… äh… Fussgeher:

Bester Strassenname in Wien.

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Veröffentlicht inFreizeit

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