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Meine Anfänge im Lätt

Einer meiner allerersten Artikel in der «Tierwelt» war derjenige übers Platzgen im Sommer 2014. Eine witzige Sportart, die es nur im Kanton Bern gibt. Fürs MAZ-Zwischengespräch habe ich darüber ein Making-Of geschrieben.

Diese Repo für die «Tierwelt» habe ich im Juni 2014 geschrieben, also fast ein Jahr, bevor ich das MAZ gestartet habe. Damals war ich als Online-Redakteur bei der «Tierwelt» tätig und habe nur eine Handvoll Texte für das Heft geschrieben. Die vorliegende Repo war einer der ersten.

Interessant an der Ausgangslage war, dass ich den Artikel quasi als Beschäftigungstherapie geschrieben habe. Ich war nämlich damals im Militärdienst. WK in Düdingen FR. Und wie das so ist in WKs, hatte ich immer mal wieder Leerlauf im Tagesprogramm. Als ich dann auch noch erfuhr, dass ich einen Wochenenddienst schieben musste, gleiste ich diese Repo auf. Die Idee war schon vor dem WK geboren, das OK der Redaktion hatte ich. Als Berner wusste ich schon, was Platzgen ist, oder zumindest, dass es existiert, meine Redaktionskollegen nicht. Entsprechend fasziniert waren sie von der Exotik des Metallsternewerfens und gaben mir grünes Licht für einen Platzger-Artikel in unserer Rubrik «Brauchtum und Tradition».

Ich nahm Kontakt mit Thomas Lutsdorf auf, dem Organisatoren des Frühlingsplatzgens in Kriechenwil. Das Dorf liegt praktischerweise nicht weit von Düdingen entfernt, ich konnte mich also an meinem WK-Samstag zwischen Zmittag und Znacht (ich war der Küchenbursche dort) aus dem Zivilschutzbunker schleichen, Tenü Sport. T-Shirt, kurze Hose, Fotoapparat und Notizblock.

Als ich in Kriechenwil aus dem Postauto stieg, erwartete ich ein rechtes Frühlingsfest, was ich vorfand, war ein Fussballplatz im Wohnquartier, auf dem ein paar Dutzend Knapp-Pensionierte mit einem Plastikbecherbier rumstanden und darauf warteten, bis sie an der Reihe sind, ihren Eisenstern ins «Lätt» zu zirkeln. Immerhin fand ich meinen Ansprechpartner, der mir bereitwillig Auskunft gab. Die anderen, mit denen ich reden wollten, fühlten sich eher abgeschreckt, als ich mit der Kamera ausrückte. Keiner wollte sich so recht zeigen und ich, als Schreibtischjournalist, schaffte es nicht, sie weichzukochen. Immerhin einer plauderte noch ein wenig mit mir, als ich ihm meine Bewunderung für sein über-fünfzigjähriges Sportgerät aussprach. Da kam er etwas ins schwärmen und erzählte von früher.

Selber probieren? Keine Chance!

Auf die Frage, ob ich selber mal einen Wurf ausprobieren dürfe, winkte er hingegen ab. Zu viel Stress hier. Die nächsten an der Reihe würden schon warten, bis sie dran seien. Klar, Stress.

Also sammelte ich meine Eindrücke und schoss ein paar Fotos, kehrte zurück in die Zivilschutzanlage und kochte Znacht. Am nächsten Tag war ich froh, konnte ich die Langeweile überbrücken und die Reportage schreiben. Der Feinschliff folgte dann eine Woche darauf, als der WK zu Ende war und ich wieder im Büro sass – mit Internetverbindung. Hier recherchierte ich die letzten Lücken, gab den Text zum Gegenlesen und in die Produktion.

Und so sieht das Ergebnis aus (ganzer Artikel als PDF).

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Veröffentlicht inFreizeit

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