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Ich, ein Musikkritiker?

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle darüber gewerweisst, ob ich mir anmassen darf, Filme zu kritisieren. Jetzt besuche ich am MAZ den Kulturjournalismus-Kurs und habe erste Antworten. Angefangen bei Regina Spektor.

Die Übungsanlage ist ganz simpel: Die fünf ersten Lieder von Regina Spektors CD „What we Saw from the Cheap Seats“ hören, danach während 45 Minuten eine Kritik darüber schreiben.

Meine geht so:

Die Hoffnung war schon fast erloschen, und dann kam „Firewood“. Eine erwachsene Ballade. Eine Liebeserklärung an das alte Klavier, das noch nicht Brennholz ist, sondern das Herz im Dreivierteltakt hüpfen lässt. Die Liebeserklärung ist auch nötig, Regina Spektor beutelt das Instrument auf ihrem neuen Album ansonsten arg. In „Small Town Moon“ klimpert es zwar hübsch, aber wie aus dem Kinderzimmer. Und „Don’t leave me“ tönt, als wäre es für Club-Med-Animatoren geschrieben, die dazu abends Choreographien tanzen müssen:

„What we saw from the cheap Seats“ ist ein Album aus Bruchstücken. Die Liedchen – denn Songs sind es nicht – fangen zuweilen vielversprechend an. Als hätten sie ein Ziel. Doch dann gerät Spektor von der Spur und brabbelt dadaistische Gesangsfetzen. Als wäre ihr die Lust am Songschreiben in der Hälfte jedes Stücks vergangen. Den Rest der je gut dreieinhalb Minuten füllt sie dann mit geschätzten dreizehn Wörtern und schafft höchstens Abwechslung, indem sie die Tonleiter hoch- und runterquietscht wie ein Kind, das zu viel Zuckerwatte hatte:

Zum Glück ist da noch „Firewood“. Das Stück rettet das Album zwar nicht, aber es hilft, zu erklären. Und sei es nur Spektors Schmerz, erwachsen zu sein, wenn sie singt: Someday you’ll wake up and feel a great pain / And you’ll miss every toy you’ve ever owned.

So.

Und jetzt noch das Gute. Soll ja niemand sagen, ich wäre nicht ausgewogen. bu-dum-du-tsch-tsch-na-na-tsch.

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Veröffentlicht inFreizeit

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